Frauen in der Landwirtschaft sind keine „Exoten“ mehr

„Wenn man sich als Frau für den Beruf der Landwirtin entschieden hat, möchte man das auch wirklich und ist da nicht nur irgendwie reingerutscht“, stellt Sandra Wefer klar Foto: Privat

Sandra Wefer ist Mitglied im Arbeitskreis Landwirtschaftlicher Unternehmerinnen

L P D„Das Wort Milchmädchen beschreibt mich schon ganz gut, denn die Kühe sind meine Leidenschaft“. Mit einem Augenzwinkern blickt Sandra Wefer aus Ovelgönne auf ihren Berufsalltag. Sie bewirtschaftet mit ihrer Familie einen Milchviehbetrieb in der Wesermarsch. „Den möchte ich gerne weiterführen“, blickt sie optimistisch nach vorne. Von der Zusammenarbeit im Arbeitskreis Landwirtschaftlicher Unternehmerinnen im Landvolk Niedersachsen erwartet sie, die Zukunft des schönsten Berufs der Welt mitgestalten zu können.

„Wenn man sich als Frau für den Beruf der Landwirtin entschieden hat, möchte man das auch wirklich und ist da nicht nur irgendwie reingerutscht“, stellt sie klar. Wefer macht die Arbeit mit den Tieren besonders viel Spaß. „Außerdem bin ich gerne draußen in der Natur und lasse mir den Wind um die Nase wehen“, sagt sie verschmitzt. Dadurch das ihr manchmal die Kraft bei der praktischen Arbeit fehlt, versucht sie die Arbeiten so einfach wie möglich zu gestalten oder mehr Technik einzusetzen. Das Vorurteil „Kann die das denn überhaupt“, hat sie damit schon oft widerlegt und in ein bewunderndes „Die macht das schon“ umgewandelt.

Trotzdem erlebt sie es als Herausforderung, dass Fremde sie am Anfang nicht richtig ernst nehmen. „Die meisten respektieren mich aber, wenn sie mich besser kennengelernt haben“, lautet ihre Erfahrung. Dadurch das immer mehr Frauen in der Landwirtschaft tätig seien, sei die Rolle des „Exoten“ unter den männlichen Kollegen längst Vergangenheit. „Dadurch wird schon vieles einfacher“, ist sie sich darüber bewusst, dass sich die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft bereits gewandelt hat.

Ihr größter Wunsch an die Politik ist es, die landwirtschaftlichen Auflagen zu reduzieren. „Damit wir wieder mehr Zeit für unsere eigentliche Arbeit haben und weniger am Schreibtisch sitzen müssen“, erläutert sie. Denn gerade im Stall und auf der Weide bei den Kühen kann sie ihre Fähigkeiten „als Milchmädchen“ besonders erfolgreich umsetzen. (LPD 97/2024)

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