Große Spannbreite zwischen Import und Überschuss

Während die deutsche Landwirtschaft deutlich mehr Zucker (154 Prozent) und Kartoffeln (145 Prozent) erzeugt, als zur Deckung der Nachfrage erforderlich wäre, müssen Obst und Gemüse überwiegend importiert werden Foto: Landvolk

Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln liegt bei durchschnittlich 85 Prozent

L P DMit Zucker, Kartoffeln und Fleisch können sich die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland mehr als genug aus heimischem Anbau versorgen. Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft gibt es bei den einzelnen Erzeugnissen jedoch eine große Spannbreite: Während die deutsche Landwirtschaft deutlich mehr Zucker (154 Prozent) und Kartoffeln (145 Prozent) erzeugt, als zur Deckung der Nachfrage erforderlich wäre, müssen Obst und Gemüse überwiegend importiert werden.

Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag der Selbstversorgungsgrad bei rund 85 Prozent. Denn bei Obst (18 Prozent), Honig (37 Prozent), Gemüse (40 Prozent) und Eiern (72 Prozent) lagen die Werte deutlich unter 100 Prozent. Der Bedarf musste folglich durch Importe gedeckt werden. Die Werte beschreiben zwar, in welchem Umfang die heimische Landwirtschaft den inländischen Gesamtverbrauch decken kann, sie stellen jedoch lediglich einen rechnerischen Durchschnitt dar.

Der Selbstversorgungsgrad bei Fleisch lag über alle Fleischarten und Teilstücke hinweg bei 120 Prozent. Dennoch werden gefragte Teilstücke wie Filet oder Kotelett importiert, während weniger nachgefragte Teile wie Füße, Schwänze oder andere Teilstücke zu Tierfutter weiterverarbeitet oder ins Ausland exportiert werden. Mit Milch (106 Prozent) und Getreide (100 Prozent) konnte der Bedarf der heimischen Bevölkerung im Jahr 2024 ziemlich genau gedeckt werden. Beim Honig sank der Selbstversorgungsgrad durch das regnerische Jahr gegenüber 2023 um fünf Prozentpunkte.

Im Vergleich zum Vorjahr blieben die Werte 2024 weitgehend konstant. Eine deutliche Steigerung gab es beim Gemüse, dessen Selbstversorgungsgrad erstmals seit der Jahrtausendwende die 40-Prozent-Marke erreichte. Hauptgrund dafür war laut Statistischem Bundesamt eine um 6,1 Prozent gestiegene Gesamterntemenge gegenüber 2023, die durch einen Anstieg der gesamten Anbaufläche für Gemüse um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 126 800 Hektar zustande kam. Die Anbaufläche von 2024 lag damit 2,9 Prozent über dem langjährigen Mittel (2012 bis 2023). Die Zahl der Gemüse erzeugenden Betriebe nahm dagegen gegenüber der vorherigen Vollerhebung im Jahr 2020 von 6.100 auf 5.830 ab (-4,4 Prozent). Von 2012 bis 2024 ist die Anzahl dieser Betriebe sogar um 19 Prozent gesunken.

Im Freiland erzeugten 5.630 Betriebe im Jahr 2024 auf 125.550 Hektar Gemüse. Regional wurden 2024 die größten Anbauflächen im Freiland in Nordrhein-Westfalen mit 28.200 Hektar, Niedersachsen mit 24.400 Hektar, Bayern mit 16.500 Hektar und Rheinland-Pfalz mit 16.400 Hektar bewirtschaftet. (LPD 13/2026)

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