Grünland schützen und Wirtschaftlichkeit sichern

Dr. Karsten Padeken Foto: Landvolk NIedersachsen

Niedersächsischer Weg will Konflikte beim Grünlandumbruch lösen

L P D – Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Reaktionen. Die Dürrejahre 2018 und 2019 sowie Feldmäuse und Tipula-Larven haben das Grünland im Nordwesten Niedersachsens stark geschädigt. „Hier ist zwingend eine Neuansaat erforderlich, damit wir für unsere Kühe und Rinder Grundfutter wie Silage und Heu ernten können“, schildert Dr. Karsten Padeken. Der Vorsitzende im Grünlandausschuss des Landvolkes Niedersachsen, selbst in der Wesermarsch zu Hause, setzt sich dafür ein, dass diese notwendige Flexibilität zukünftig im Niedersächsischen Weg rechtssicher verankert wird. „Das ist auch für den Naturschutz wichtig, da ein intakter Grasbestand einen ökologischen Wert hat. Damit ist der Schutz von Boden und Grünland gesichert, wir Landwirte können unsere Wiesen und Weiden zugleich nachhaltig und wirtschaftlich nutzen“, sagt Padeken. „Wir wollen uns mit dem Naturschutz darüber einig werden, wie unbestimmte Regelungen im Bundesnaturschutzgesetz in Niedersachsen so umgesetzt werden können, dass alle Seiten, die sich Sorgen um die Zukunft von schutzwürdigen Grünlandstandorten machen, davon einen Nutzen haben. 

Grünland und Milchwirtschaft sind in den Küstenregionen der zentrale Wirtschaftszweig innerhalb der Landwirtschaft. Wiederkäuer machen den Graswuchs der Flächen erst nutzbar und „veredeln“ ihn zu Milch- und Fleischprodukten. „Mit einem Flächenumfang von etwa 700.000 Hektar ist die Wertschöpfung auf Dauergrünland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Niedersachsen“, hebt Padeken hervor. Dazu gehören allerdings auch umweltsensible Standorte mit Erosionsgefahr, in Überschwemmungsgebieten, mit hohem Grundwasserstand oder auf Moorböden. Dort darf nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis zur nachhaltigen Bodenbewirtschaftung keine Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland vorgenommen werden. Das Bundesnaturschutzgesetz verwendet hier den Begriff des Grünlandumbruchs. „Die Formulierung führt aber in der Praxis immer wieder zu Problemen in der Interpretation“, schildert Padeken.

„Mit dem Niedersächsischen Weg sind wir auf dem Weg für die Bauern notwendige Bodenbearbeitungsmaßnahmen zum Erhalt einer guten Futtergrundlage zu gewährleisten. Allen Beteiligten geht es darum, Dauergrünland auch auf den umweltsensiblen Standorten zu erhalten“, nennt Karsten Padeken das gemeinsame Ziel des Niedersächsischen Weges. Wenn diese Flächen für sie wirtschaftlich für Kühe, Pferde und Schafe nutzbar bleiben, dann können Niedersachsens Bauern dafür garantieren. (LPD 49/2020)

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