Hennies: „Dänemark als Vorbild? Ein klares Jein“

Die Delegationsreise von Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte nach Dänemark ist abgeschlossen. Für Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies, der der zwanzigköpfigen Delegationsgruppe angehörte, war vor allem das Gespräch mit Jeppe Bruus, Dänemarks Minister für grüne Transformation, prägend. Foto: privat

Landvolkpräsident zieht Bilanz zur Delegationsreise / Vor- und Nachteile beim „Dänischen Weg“

L P D – Die Delegationsreise von Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte nach Dänemark ist abgeschlossen – Zeit für ein Fazit. Für Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies, der der zwanzigköpfigen Delegationsgruppe angehörte, war vor allem das Gespräch mit Jeppe Bruus, Dänemarks Minister für grüne Transformation, prägend. „Er möchte die Emissionen verringern, ohne die Tierhaltung zurückzufahren oder die Einkommen der Betriebe zu schmälern. Effizienz ist das Schlüsselwort – von CO₂-Bepreisung bis zu neuen Anreizen und einem Rückbau des Ordnungsrechts. Das ist ein spannender Ansatz: Dänemark setzt hier Impulse, von denen auch wir in Niedersachsen lernen können“, erklärt Hennies gegenüber dem Landvolkpressedienst.

Tatsächlich ähneln sich Niedersachsen und Dänemark in vielen Punkten. „Die Landwirtschaft in Dänemark ist hoch spezialisiert und von großer wirtschaftlicher Bedeutung: Sie trägt zu rund 22 Prozent der dänischen Exporte bei. Und: Die Gemeinsame Agrarpolitik ist für Dänemark ebenso wichtig wie für uns in Niedersachsen“, führt der Landvolkpräsident aus. Hennies sieht das dänische Transformationsmodell als „XXL-Kopie“ des Niedersächsischen Weges: ein Konsensmodell mit breiter Beteiligung und klarer Zielrichtung. Besonders beeindruckend sei die Effizienz des dänischen Vorgehens – ein Schlüssel, um große Projekte – wie die Transformation zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, klimafreundlicher Produktion und innovativer Ernährungspolitik – praxistauglich umzusetzen. „Der direkte Austausch mit unseren europäischen Partnern ist wichtig, um voneinander zu lernen und tragfähige Lösungen für eine klimafreundliche Landwirtschaft zu entwickeln – und gleichzeitig unsere bäuerlichen Familienbetriebe zu fördern und zu unterstützen“, fasst Hennies zusammen.

Doch nicht in allen Bereichen sieht Hennies Dänemark voraus. Beim Gewässerschutz habe Niedersachsen klar überholt. „Hier haben wir viel geleistet, die Reduzierung von Nährstoffüberschüssen ist messbar“, erklärt er. Auch beim Umgang mit Glyphosat sei Niedersachsen weiter, da das Landvolk bereits 2016 eine wegweisende Empfehlung erarbeitet und Niedersachsens Landwirte diese umgesetzt haben, während Dänemark darüber erst diskutiert. Hennies verweist dabei zudem auf Niedersachsens deutlich vielfältigere Agrarstruktur, während Dänemarks Landwirtschaft stärker auf großflächige Strukturen setzt.

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Landvolkpräsident der politischen Dimension. Mit Blick auf Dänemarks aktuelle EU-Ratspräsidentschaft begrüßt er, dass Themen wie Tierhaltung und Klimaschutz aktiv bearbeitet werden. Gleichzeitig mahnt er an: „Der dänische Bauernverband hat deutlich gemacht, dass Transformationsprozesse Rechtssicherheit brauchen – gerade in Bezug auf die dänischen Minderheitsregierungen.“ Dieses Bedürfnis nach Stabilität und Planbarkeit sei ein Punkt, von dem auch Deutschland lernen könne.

Am Ende steht für Hennies ein gemischtes Fazit: „Dänemark ist in vielem Vorbild, aber längst nicht in allem. Wir können uns vom „Dänischen Weg“ Impulse holen, insbesondere bei der politischen Verlässlichkeit, beim effizienten Vorgehen und der schnelleren Erteilung von (Bau-) Genehmigungen. Gleichzeitig zeigt sich: Niedersachsen ist beim Gewässerschutz und bei der Vielseitigkeit der Agrar- sowie der Vermarktungsstruktur besser aufgestellt.“ Sein Fazit bringt er auf den Punkt: „Dänemark als Vorbild? Ein klares Jein.“ (LPD 68/2025)

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