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Hightech mit Herz: Landwirte schützen Wiesenbrüter

In der MoNaKo-Modellregion in Niedersachsen wird intensiv nach den Gelegen bedrohter Wiesenbrüter gesucht Foto: Lünemann

MoNaKo stärkt die Kooperation– Gemeinsame Beantragung erspart Papierkram

L P D – Das Mähen von Grünland in kurzen Abständen sichert die hohe Qualität der Grassilage – stellt aber gleichzeitig eine Gefahr für Kiebitz, Brachvogel und Uferschnepfe dar. In der MoNaKo-Modellregion in Niedersachsen wird daher intensiv nach den Gelegen bedrohter Wiesenbrüter gesucht. „Die Landwirtinnen und Landwirte im Gebiet Leda-Jümme im Landkreis Leer achten auf den Schutz von Wiesenbrütern und arbeiten schon länger mit örtlichen Jägern zusammen, um Nester zu schützen und Rehkitze zu retten“, berichtet Dr. Talea Becker von der Stiftung Kulturlandpflege.

Ein Ziel des Projekts MoNaKo (Modellhafte Erprobung von Naturschutz-Kooperativen in verschiedenen Agrarlandschaften Deutschlands nach dem niederländischen Ansatz) ist es, genau diese freiwilligen Kooperationen in der Landwirtschaft zu stärken und auszubauen. Die Stiftung Kulturlandpflege zeichnet sich für das Projekt verantwortlich und organisiert die Ausgleichszahlungen an die Landwirtschaftsbetriebe für entstandene Ertragsverluste. Statt einzelner Anträge wurde ein gemeinschaftlicher Förderantrag zum Wiesenvogelschutz über die Landwirtschaftskammer Niedersachsen gestellt. „Das erspart den Landwirten viel Bürokratie“, weist Becker auf die Innovation hin.

Bereits 2024 wurde das Konzept auf den Flächen von sieben Betrieben umgesetzt – seit 2025 auch mithilfe moderner Drohnentechnologie mit Wärmebildkameras. „Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern und Naturschutzexperten ist dabei der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Becker. Durch die Revierkartierung mit Unterstützung der Drohne wurden kurz vor der Ernte bisher 15 Nester entdeckt. Darüber hinaus wurde mit den Betrieben schon im Februar vereinbart, dass das Gras auf gut 100 Hektar Flächen erst nach dem 15. Juni gemäht wird, wodurch weitere Schutzbereiche für die Nester und Küken geschaffen wurden. Inzwischen lassen 17 Landwirte ihre Flächen vor der Ernte abfliegen.

„Mein Kollege Hans-Werner Lünemann von der Stiftung Kulturlandpflege hat zum ersten Schnitt um die 500 ha Fläche abgeflogen, zum zweiten Schnitt wird es ähnlich viel“. Er startet oft schon frühmorgens um vier Uhr. „Die Landwirte und die Mitglieder der Jagdgenossenschaften kommen mit zu den Wiesen und helfen, wenn etwas gefunden wird“, freut Lünemann sich über die Motivation vor Ort. Immerhin müssten die Landwirte die Maßnahmen zum Wiesenbrüterschutz in die ohnehin stressige und arbeitsintensiven Erntearbeiten integrieren. „Neben den Vögeln werden auch Kitze und gelegentlich junge Hasen gerettet“, lautet seine Erfahrung.

Die größte Bedrohung für die Wiesenbrüter gehe im Anschluss an die Mahd von Raubtieren wie Füchsen und Mardern aus. „Tagsüber müssen die Elterntiere ihre Jungen und ihre Gelege zusätzlich gegen Störche, Krähen und Greifvögel verteidigen“, zeigt Becker die Gefahren auf. Um den Bruterfolg zu sichern, sollten möglichst Bereiche von mindestens einem Hektar um die Nester herum stehen gelassen werden. „Für sehr intensiv genutzte Flächen sind die derzeitigen Fördersummen allerdings nicht ausreichend“, merkt sie kritisch an.

Das MoNaKo-Projekt wird in verschiedenen Bundesländern umgesetzt und maßgeblich durch Mittel der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziert. „Die Drohne wurde von der Bingo-Umweltstiftung gefördert, die auch einen zusätzlichen Beitrag für das Projekt in Leer zur Verfügung stellt“, erläutert Becker. 

Weitere Informationen zu dem Projekt stehen unter www.monako-projekt.de bereit. (LPD 52/2025)

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