Kosten-Schock durch Brandschutzpläne für Ställe

Stallbau Foto: Landpixel
Das Landvolk fordert eine grundlegende Überarbeitung der Richtlinie. Ziel müsse ein wirksamer Brandschutz sein, den die Betriebe wirtschaftlich stemmen können Foto: Landpixel

Fatales Signal an innovative Landwirte: Richtlinienentwurf bedroht die Tierhaltung

L P D – Das Landvolk Niedersachsen schlägt Alarm: „Der Entwurf der neuen Brandschutzrichtlinie für Stallgebäude gefährdet die Zukunft der Nutztierhaltung“, verdeutlicht Landvolkpräsident Holger Hennies. Die geplanten Vorgaben drohten Investitionen in neue Ställe wirtschaftlich unmöglich zu machen. „Unter diesen Bedingungen sind Stallbauten kaum noch realisierbar“, warnt Hennies. Dabei sei ein neuer Stall immer ein besserer Stall. Sowohl im Hinblick auf Tierwohl als auch auf Leistung und damit auch auf die CO2-Effizienz.

Scharfe Kritik übt der Verband auch am Verfahren. Wichtige Fachverbände seien erst spät eingebunden worden, während Tierschutzverbände früh beteiligt gewesen seien – für das Landvolk ein nicht nachvollziehbares Vorgehen.

Im Zentrum der Kritik stehen massive Kostensteigerungen durch strengere Bauvorgaben. Zudem sei unklar, ob die Regeln auch für bestehende Ställe gelten sollen. „Für viele Landwirte würde das zu untragbaren Belastungen führen, sie müssten die Tierhaltung aufgeben“, erläutert Hennies. Das Landvolk drängt daher auf eine klare Begrenzung für Neubauten.

Zugleich betont der Verband, dass bereits heute hohe Brandschutzstandards gelten und moderne Technik die Landwirte bei Temperaturveränderungen alarmiert. „Statt zusätzlicher starrer Vorschriften brauchen wir praxistaugliche und verhältnismäßige Lösungen“, sagt Hennies. Alternative Maßnahmen wie Löschsysteme oder angepasste Rettungswege müssten stärker berücksichtigt werden.

Weitere geplante Vorgaben, etwa zur sofortigen Aufschaltung von Brandmeldeanlagen auf die Feuerwehr, lehnt das Landvolk als teuer, störanfällig und unverhältnismäßig ab. Positiv bewertet der Verband einzelne Punkte wie Regelungen zu Feuerlöschern oder Technikräumen – sofern sie auf das notwendige Maß begrenzt bleiben.

Abschließend fordert das Landvolk eine grundlegende Überarbeitung der Richtlinie. Ziel müsse ein wirksamer Brandschutz sein, den die Betriebe wirtschaftlich stemmen können. „So wie jetzt darf die Richtlinie nicht kommen“, stellt Hennies klar. Kostenexplosionen seien die Folge, ganz zu schweigen vom verfehlten Bürokratieabbau, der die Landwirte ohnehin zermürbe.

Ansprechpartnerin: Wiebke Molsen, Tel: 0511 36704 30, E-Mail: wiebke.molsen@landvolk.org

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