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Landvolk: Klare Position beim Milchpreis-Gespräch

Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg stellte beim Verbändegespräch zum Milchpreis klar, dass staatliche Marktsteuerung sowie finanzielle Eingriffe aus Sicht des Landvolks keine nachhaltige Lösung darstellen. Foto: Landvolk Niedersachsen

Landesbauernverband lehnt stärkere staatliche Eingriffe in den Milchmarkt ab

L P D – Beim Verbändegespräch zum Milchpreis im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium hat Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg die Position des Berufsstandes deutlich vertreten und die Forderungen nach staatlichen Eingriffen in den Milchmarkt kritisiert. Zu dem Austausch hatte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte neben dem Landvolk Niedersachsen auch Vertreter des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) sowie der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) eingeladen.

Aus Sicht des Landvolks prallten dabei unterschiedliche Grundverständnisse von Agrarpolitik aufeinander. Während BDM und AbL erneut staatliche Marktsteuerung sowie finanzielle Eingriffe ins Spiel brachten, stellte Kohlenberg klar, dass solche Maßnahmen aus Sicht des Landvolks keine nachhaltige Lösung darstellen. „Was Frau Staudte für „ihre“ Landwirte beansprucht bzw. fordert, gilt nur für einen geringen Teil der Milchviehbetriebe. Das Landvolk hingegen vertritt mit rund 90 Prozent die überwiegende Mehrheit, und diese spricht sich klar gegen feste Lieferbeziehungen/-verträge aus. Auch eine im Winter durchgeführte Abfrage der Molkereien bei ihren Landwirten bestätigte das Stimmungsbild, dass der Großteil gegen solche Verträge ist und staatliche Eingriffe in den Markt mit politischen Mengen- und Preissteuerungen ablehnt. Unsere Betriebe brauchen unternehmerische Freiheit und verlässliche Rahmenbedingungen – keine politischen Mengen- und Preissteuerungen“, betonte er nach dem Gespräch.

Das Landvolk habe deutlich gemacht, dass Preisschwankungen am Milchmarkt nicht durch staatliche Eingriffe gelöst werden könnten. Stattdessen müsse die Politik den Landwirten Instrumente an die Hand geben, mit denen sie selbst Verantwortung übernehmen können. Zentral bleibe deshalb die Forderung nach einer steuerfreien Risikorücklage, um wirtschaftliche Risiken eigenständig abzufedern.

Positiv bewertet das Landvolk zudem die aktuellen Entwicklungen auf europäischer Ebene zur Gemeinsamen Marktorganisation (GMO). Die in Brüssel beschlossenen Regelungen bestätigten die Linie des Berufsstandes: Genossenschaften bleiben außen vor, und mögliche Lieferverträge bei Privatmolkereien sollen sich auf Mengen beschränken, ohne staatlich beeinflusste Preisvorgaben. Das Landvolk begrüßt, dass die EU eine Stärkung der Erzeugergemeinschaften vorsieht.

Kohlenberg nutzte das Gespräch außerdem, um die Bedeutung einer starken Exportstrategie für die deutsche Milchwirtschaft hervorzuheben. Entscheidend seien bessere internationale Marktzugänge, Fortschritte bei Zollverhandlungen sowie die konsequente Bewerbung der hohen Qualitätsstandards deutscher Milchprodukte im Ausland. „Wachstum entsteht über Märkte, nicht über Regulierung“, sagt der Vizepräsident.

Kritisch sieht das Landvolk, dass Teile der Politik weiterhin auf marktlenkende Maßnahmen setzen. Diese fänden jedoch nach Einschätzung des Verbandes und der Wissenschaft nur bei einer kleinen Minderheit der Milchviehhalter Unterstützung. Die große Mehrheit der Betriebe stehe hinter einer marktwirtschaftlichen Ausrichtung.

„Wir haben unsere Argumente klar und sachlich eingebracht und deutlich gemacht, wofür die breite Basis der Milchviehhalter steht“, zog Kohlenberg ein positives Fazit. Das Gespräch habe gezeigt, dass das Landvolk die Interessen der überwiegenden Zahl der Betriebe geschlossen vertritt. (16.3.2026)

Frankreich arbeitet mit einer Preis-Mengen-Regelung, Deutschland nicht. Der Vergleich zeigt unterschiedliche Wege im Umgang mit dem Milchmarkt.

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Frank Kohlenberg

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