Mehr Wertschöpfung im direkten Kundenkontakt

Volker und Jan Hacke

Familie Hacke in Graue hat sich auf Legehennenhaltung spezialisiert

L P D – „Zu produzieren ist leichter, als mit den eigenen Produkten zu handeln“, weiß Volker Hacke. „Normalerweise bist du als Landwirt Rohstoffproduzent, ich bin auch Händler. Da geht es um Qualität, Frische und Liefertreue“, erzählt der staatlich geprüfte Landwirtschaftsleiter über die besondere Herausforderung, die die Vermarktung der selbst erzeugten Produkte mit sich bringt. Volker Hacke, seine Frau Birgit und Sohn Jan vermarkten schon länger die Eier ihrer 1.400 Freilandhühner, für die sie den einstigen Schweinestall umgebaut haben.

Jetzt ging die Landwirtsfamilie den nächsten Schritt und erweiterte ihren Hühnerbestand um 1.700 Tiere auf 3.100 Legehennen. Sie werden direkt an der Bundesstraße 6 in einem neuen Mobilstall gehalten werden. Verpackt werden die Eier getrennt, für jede Variante gibt es eine eigene Pappe, und unterschiedliche Kunden. Die Eier aus dem Mobilstall gehen ans E-Center nach Achim und an mehrere Rewe-Märkte. Die Verhandlungen mit Einkäufern und die Gespräche mit Marktleitern sind eine Herausforderung. „Das ist aber auch eine Riesenchance“, findet Jan Hacke. „Auch wenn das ein großer Aufwand ist: Man ist direkt am Markt dran“, sagt der 23-jährige Landwirt.

Die Familie hat ihren Schwerpunkt auf die Eier-Erzeugung gelegt, ist darüber hinaus aber auch an einer Betriebsgemeinschaft beteiligt. Hier ist Jan Hacke im Ackerbau engagiert, seine Eltern kümmern sich dort um die Kühe. Bis 2016 hatten sie noch 600 Schweine auf dem Hof. „Ich war nie der große Schweinefan“, sagt Volker Hacke. „Die Direktvermarktung der Eier liegt mir eher, da stehe ich mehr dahinter“, berichtet der 59-Jährige. Da war der Umbau vom Schweine- zum Hühnerstall nur konsequent. „Wir fingen an, mehrere Dorfläden, Schlachter und Gastwirte zu beliefern und konnten immer größere Eiermengen verkaufen“, erinnert sich Volker Hacke.

2018 hat die Familie den Stall umgebaut, seitdem läuft fast alles vollautomatisch. Dazu kam die KAT-Zertifizierung, das steht für Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen, für den Stall, die Packstelle und das Futter, weil die Kunden danach verlangten. Eine Zertifizierung, die neben Aufwand und Kosten auch neue Vermarktungswege eröffnet. Die Familie konzentriert sich dabei ganz bewusst auf die Erzeugung und Vermarktung der Eier und sieht von weiteren Produkten wie Nudeln und Eierlikör aktuell ab. Künftig soll auch ein Teil der Legehennen als gefrorene Suppenhühner selbst vermarktet werden. Mehr Wertschöpfung erreichen und den direkten Kontakt zu den Kunden pflegen: Das ist das Ziel der Familie. (LPD 43/2020)

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