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Pensionspferdehaltung: „Qualität statt Quantität“

Auf der Messe Passion Pferd in Hannover haben sich die Besucher in der Sonderschau ‚Pferd.Zukunft.Stall.‘ über die Pferdehaltung im Bewegungsstall informiert. Foto: Landvolk

Passion Pferd zeigt Zukunftstrends – von Herdenhaltung bis Erfolgsfaktor Qualität

L P D –  Stell Dir vor, dein Pferd wurde jeden Tag von der Koppel geführt, zu festen Zeiten gefüttert und bewegt – und plötzlich soll es alles selbst entscheiden. Vor dieser Herausforderung stehen Pferdebesitzer, die ihren Vierbeiner in einen Bewegungsstall integrieren wollen. Dieses und weitere Themen wurden auf den zahlreichen Bühnen auf der Messe Passion Pferd in Hannover diskutiert. „Die Sonderschau ‚Pferd.Zukunft.Stall‘ ist bei den Besuchern sehr gut angekommen, wir hatten viele interessante Gespräche, und auch unsere Vortragsbühne wurde gut angenommen“, bestätigt Theresa Hiemesch vom Schauer Active Horse System das Interesse an dem Konzept der Pferdehaltung. Sie hat auf der Bühne unter anderem mit Stallbetreibern über die verschiedenen Verfahren zur Eingewöhnung gesprochen.

„Je größer die Herde, desto einfacher die Integration“, sagte Julian Eickhoff, der im Sauerland einen Hof mit 60 Pensionspferden bewirtschaftet. Für die Eingewöhnung hat er kein detailliertes Drehbuch. „Da braucht man viel Fingerspitzengefühl“, betonte er. Zu unterschiedlich seien die Charaktere der Tiere. Bis sie sicher die Futterstationen und Tore bedienen können, dauere es zwei bis sechs Wochen. Je nachdem, ob das Pferd schon in der Gruppenhaltung gelebt hat oder in einem Boxenstall voll versorgt wurde. „In jedem Fall ist es wichtig, die Pferdebesitzer wohlwollend mitzunehmen“, ergänzt Carola Brandt aus der Nähe von München. Denn Transparenz und Kompetenz schafften Vertrauen in den Pensionsstallbetreiber.

Die Probleme der Pferdebesitzer zu lösen, sei die Hauptaufgabe von Pensionspferdehaltern, meinte auch Nicolett Menge in ihrem Vortrag „Preiserhöhung im Stall“. Sie beleuchtete dabei Schritt für Schritt die Findung des Erfolgspreises für Reitstunden und Pensionsplätze, ohne dass die Kunden davonlaufen. „Wenn man kein Geld verdient, dann bleibt es ein Hobby“, stellte sie klar. Viel Arbeit sei nun mal nicht mit einem hohen Einkommen gleichzusetzen – vor allem in der Pferdebranche. Vielmehr rief sie das Ziel aus, mit einer 80-prozentigen Auslastung wirtschaftlich zu sein, kontinuierlich eine Neukundenakquise zu betreiben und die Steuer einzukalkulieren.

„Qualität statt Quantität“, „fasste sie die Punkte zusammen, die für eine erfolgreiche Pferdepension nötig seien. Ständig kleinere Preiserhöhungen zu erheben und das Qualitätsmanagement aus dem Blick zu verlieren, führe zu einem Vertrauensverlust der treuen und wertschätzenden Kunden. „Bitte nicht für den falschen Kunden totschuften“, fand sie deutliche Worte. Außerdem sollten Stallbetreiber die Kraft der Sichtbarkeit zu schätzen lernen, zum Beispiel durch einen Auftritt bei Social Media. Am Ende gehe es darum, dem Einsteller das Gefühl zu geben, seine Erwartung nach einer optimalen Versorgung seines Lieblingstieres gut zu erfüllen. Dann sage auch keiner: „Das ist mir zu teuer“. (LPD 97/2025)

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