Übergangsfristen deutlich zu kurz

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Landvolk in größter Sorge um die Zukunft der Sauenhaltung in Deutschland

L P D – „Im Bundesrat stimmen die Länder über nicht weniger als die Zukunft der deutschen Schweinehaltung ab“, Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers ist in größter Sorge. Unter den Änderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, die der Länderkammer am morgigen Freitag zur Abstimmung vorliegen, sieht er die neuen Vorschriften für die Sauenhalter besonders kritisch und kritisiert die deutlich zu kurzen Übergangsfristen. „In bereits bestehenden Ställen lassen sich die in der Verordnung genannten Änderungen nicht realisieren“, begründet er die berechtigten Vorbehalte des Verbandes. Genehmigungen für Um- oder gar Neubauten würden nach dem aktuellen Baurecht nicht erteilt, die Sauenhalter würden vielmehr in die Betriebsaufgabe getrieben. Ehlers erinnert an die leidvollen Erfahrungen beim Umstieg auf die Gruppenhaltung für tragende Sauen im Jahr 2012. Danach stieg innerhalb weniger Jahre jeder vierte Sauenhalter aus diesem Betriebszweig aus. „Ferkel aus Deutschland werden zu einer Rarität, wenn die Sauenhalter ihre Ställe jetzt wieder kurzfristig umrüsten müssen“, sagt Ehlers. Er kauft als Schweinemäster selbst Ferkel zu und sorgt sich wie viele andere Tierhalter in dieser Lage um Ferkel aus deutscher Herkunft. Das Landvolk appelliert mit Blick auf die Diskussion zu einer umfassenden Nutztierstrategie an die Bundesländer, in der für Freitag vorgesehenen Bundesratssitzung für längere Übergangszeiten zu stimmen und die zahlreichen Änderungsempfehlungen des Agrarausschusses im Bundesrat auszusetzen. „Wir korrigieren jetzt im Kleingedruckten und planen zugleich eine große neue Blaupause für die Tierhaltung. Diese Reihenfolge ist absolut kontraproduktiv und keinem Tierhalter oder Verbraucher zu vermitteln“, argumentiert Ehlers. Politik verspreche den Landwirten, sie bei Veränderungen mitnehmen zu wollen. „Die in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aktuell vorgesehenen Änderungen dagegen sind äußerst kurzfristig und weit reichend, auf diesem Weg werden wir unsere Sauenhalter leider verlieren“, ist sich Ehlers sicher. (LPD 12/2020)

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