Wer Karpfen isst, schützt die Umwelt

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Teichwirtschaft hat in Niedersachsen eine lange Tradition

L P D – Traditionell gilt eine Fisch-Schuppe im Portemonnaie als Glücksbringer für das neue Jahr. Silvester ist daher eine gute Gelegenheit die „Glücksschuppe“ zu erneuern und Fisch auf den Tisch zu bringen. „Wer Karpfen isst, schützt die Umwelt“, nennt Torben Heese einen weiteren großen Vorteil der heimischen Fischart, der über den Aberglauben hinaus geht. Heese bewirtschaftet die 86 Hektar großen Aschauteiche bei Eschede und pflegt damit ein wertvolles Biotop.

„Der Karpfen ist das ökologisch nachhaltigste Produkt und weist den niedrigsten CO2-Fußabdruck aller Tierarten auf“, macht er deutlich. Auch wegen seiner Zusammensetzung kann der Karpfen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit dem Gehalt an ernährungsphysiologisch wertvollen Omega-3-Fettsäuren punkten.

Auf dem Festtagstisch begeistert der Karpfen aber vor allem mit seinem nussigen Geschmacksaroma und seiner angenehmen Konsistenz, wenn er nach dem Abfischen im Herbst korrekt gehältert wird, schreibt der Landvolk-Pressedienst. „Seit Mitte November schwimmen die Fische im klaren Wasser“, bestätigt Heese. Erst wenn eine Bestellung eingegangen ist, holt er die Tiere frisch aus dem Teich, um die große Nachfrage zu den Feiertagen und zum Jahreswechsel zu bedienen.

Insgesamt bieten in Niedersachsen laut Landesamt für Statistik 19 Betriebe die traditionelle Festtagsspeise an und geben gerne Tipps, um die Zubereitung und den Verzehr des grätenreichen Fisches zu vereinfachen. Zum Beispiel lassen sich die grätengeschnittenen Filets auch zu „Karpfennuggets“ oder zu „Karpfengyros“ verarbeiten. „Damit kommt der Karpfen aus seiner traditionellen Ecke raus“, freut sich Heese. Das Karpfenfilet sei ein „absolutes Spitzenprodukt“, das sich vielseitig in der modernen Küche einsetzen lasse.

Gerade die naturnahe Haltung der Fische in traditionellen Teichwirtschaften bringt allerdings auch Probleme mit sich. „Die Trockenheit schwebt wie ein Damoklesschwert über uns“, sagt Heese. Aufgrund der niedrigen Wasserstände haben es Otter, Kormorane und andere Raubtiere leicht, die gut gewachsenen Karpfen zu fangen. „25 Prozent des Besatzes sind mit den Räubern davongeflogen oder weggetragen worden“, bedauert Heese. Die Preise sind daher in diesem Jahr stabil bis leicht steigend. Die Glücksschuppe für das neue Jahr ist jedoch immer noch inklusive. (LPD 103/2020)

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