Wer Wurstbrote wegwirft, kann Krankheiten verbreiten

„Oberstes Ziel der ASP-Bekämpfung ist es, in Deutschland wieder ASP-frei zu werden“, konstatiert Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies. Dazu gehöre auch die Reduzierung des Schwarzwildbestandes und ein Frühwarnsystem durch schnelles Auffinden von Fallwild und eine kontinuierliche Beprobung auf das ASP-Virus. Foto: Landpixel

Wegen bevorstehender Reisewelle steigt Gefahr der Schweinepest-Ausbreitung

L P D – Die Warnzeichen stehen auf Rot: Schon seit mehreren Jahren droht die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Bisher ist Deutschland von der Tierseuche verschont worden, aber die Gefahr der Einschleppung, insbesondere durch Ausbrüche in Westpolen ist gestiegen, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Wegen der bevorstehenden Reisewelle warnen Behörden und Institute jetzt verstärkt vor einem Ausbruch der tödlichen Krankheit, die sowohl Wild- als auch Hausschweine befallen kann.

„Ein Einschleppen nach Deutschland hätte nicht nur schwerwiegende Folgen für die Gesundheit der Wild- und Hausschweinebestände, sondern auch für die landwirtschaftliche Schweineproduktion und -vermarktung, weil Deutschland von Handelsrestriktionen betroffen wäre“, sagt Georg Meiners, Vorsitzender des Landvolk-Tierseuchenausschusses. Deshalb ruft er rechtzeitig vor Beginn der niedersächsischen Sommerferien zu besonderer Vorsicht auf, da das – für den Menschen ungefährliche – Virus auch über kontaminierte Lebensmittel, Kleidung und Gegenstände übertragen werden kann. Es ist extrem lang überlebensfähig, auch in Fleischprodukten, wie beispielsweise Salami.

Meiners appelliert daher eindringlich: „Reisende sollten kein Essen unsachgemäß an Raststätten oder gar in der Natur entsorgen, denn durch kontaminierte Wurstbrote und dergleichen können sich Wildschweine infizieren.“ Saisonarbeitskräfte und andere Personen, die aus betroffenen Regionen nach Deutschland kommen, sind dringend dazu aufgefordert, keine Lebensmittel nach Deutschland mitzubringen. Aber auch Urlauber, die eine Auslandsreise, insbesondere eine Jagdreise planen, sollten sich dringend über den Tierseuchenstatus informieren, wenn sie Kontakt zu Haus- oder Wildschweinen haben werden.

Laut Friedrich-Löffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, verdeutlichen Sprünge der ASP über größere Entfernungen – beispielweise innerhalb Polens, nach Belgien, Ungarn, in die Tschechische Republik – das bestehende Risiko einer Einschleppung nach Deutschland durch menschliches Handeln. Durch das Auftreten der Tierseuche im Westen Polens ist das Risiko eines Eintrags nach Deutschland durch einwandernde, infizierte Wildschweine deutlich gestiegen. Inzwischen sind im Westen Polens auch mehrere Ausbrüche bei Hausschweinen aufgetreten. Bei den Wildschweinen wurden die meisten ASP-Fälle seit Anfang des Jahres erneut in Ungarn (3.005 Fälle) und Polen (2.793) sowie Rumänien (550) in das Europäische Tierseuchenmeldesystem gemeldet. In Belgien ist die Situation aktuell unter Kontrolle gebracht worden. (LPD 54/2020)

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