Landwirte reduzieren erneut deutlich Stickstoffdüngung

Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies
"Unsere Landwirte sind auf dem richtigen Weg, man muss sie nur machen lassen und nicht mit neuen Auflagen belegen“, erklärt Holger Hennies. Foto: Landvolk
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Trend der Tierhalter zur Aufgabe setzt sich fort / Düngung unter Bedarf ist keine Lösung

L P D – „Der Nährstoffbericht 2020/2021 für Niedersachsen zeigt ganz deutlich, dass die Maßnahmen der Düngeverordnung von 2017 wirken und dass sie weiterhin Zeit brauchen, um weiter wirken zu dürfen. Der Nährstoffüberschuss von 80.000 Tonnen Stickstoff im Berichtsjahr 2014/15, der sich aus der tatsächlichen Düngung und der gesetzlich festgelegten Menge ergibt, konnte komplett abgebaut und laut Berechnung der Landwirtschaftskammer auf ein Minus von 3.655 t Stickstoff reduziert werden“, erklärt Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies zum heute vorgelegten Nährstoffbericht. „Doch das tatsächliche Düngedefizit liegt sogar bei 24.000 t, weil in den sogenannten Roten Gebieten die Landwirte 20 Prozent weniger als die Pflanze benötigt, überhaupt düngen dürfen.“

Der Landvolkpräsident verweist auch darauf, dass das „Düngen unter Bedarf“ sich auf die Qualität der Pflanzen auswirke und keine Dauerlösung sein kann: „Brotweizen können wir Landwirte in Deutschland immer weniger produzieren. Gerade in Anbetracht der aktuellen Situation in der Ukraine sollte die Regierung diesen wichtigen Aspekt im Blick haben. Unsere Landwirte sind auf dem richtigen Weg, man muss sie nur machen lassen und nicht mit neuen Auflagen belegen“, erklärt Holger Hennies.

Nur noch die beiden Landkreise Cloppenburg und Grafschaft Bentheim überschritten am 1. Januar 2021 die gesetzliche Stickstoff-Obergrenze von 170 kg organischem Stickstoff pro Hektar. Doch auch hier sind erste Erfolge zu sehen aufgrund der Abstockung der Tierbestände, durch Beratung und moderne Technik. „Wichtig ist und war uns immer der Blick auf die einzelnen Betriebe. Es darf nicht weiterhin so sein, dass die gesamte Landwirtschaft in Niedersachsen unter Generalverdacht gestellt wird“, stellt Hennies klar.

Auch die Reduzierung der Tierzahlen hat wesentlich zur Minimierung beigetragen. „Der Rückgang der Rinderhaltung und die Verbesserung der Nährstoffausnutzung bzw. -effizienz sind hier wesentliche Aspekte“, zeigt Hennies auf. Die prekäre, aktuelle Situation auf dem Schweinemarkt mit dem dramatischen Rückgang der Schweinhaltung in 2021 und 2022 wird sich hingegen erst in den nächsten Nährstoffberichten bemerkbar machen. „Aber ob das der Sinn ist, dass wir unsere Schweinehaltung noch weiter aufgeben, ist doch sehr fraglich, wenn andernorts zu weitaus niedrigeren Umwelt- und Tierschutzstandards produziert wird“, sieht Hennies die Grenze des Zumutbaren allmählich erreicht.

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