Regionale Eier: Gesunder Genuss und gutes Gewissen

Zu Ostern werden genug "Eier im Angebot sein" sagt Margit Beck von der Marktinfo Eier und Geflügel aus Bonn Foto: Landvolk

Märkte sind turbulent – Ostereier gibt es trotzdem

L P D – Bunte Eier gehören zu Ostern so selbstverständlich dazu wie der Osterhase. Dass für Eier zu Ostern und Weihnachten höhere Preise verlangt werden, ist aufgrund der höheren Nachfrage daher normal. „Im Moment haben wir jedoch eine absolute Unruhe am Markt“, stellt Margit Beck von der Marktinfo Eier und Geflügel aus Bonn fest. Durch stark gestiegene Kosten für Futter, Energie und Verpackungen sei der Aufwand für die Bauern hoch, sie würden ihre Kontrakte mit dem Lebensmitteleinzelhandel jedoch auf jeden Fall erfüllen. „Zu Ostern werden genug Eier im Angebot sein“, ist sie sich sicher.

Im Gegenzug erwartetet Beck, dass der Lebensmitteleinzelhandel seinen Zulieferern die Eier zu höheren Preisen abkauft. „Es ist ja auch in seinem Interesse, die Legehennenhaltung in Deutschland zu sichern“, sagt sie. Die Tendenz zu steigenden Preisen sei auch zum Beispiel durch den Ausstieg aus dem Kükentöten absehbar gewesen. „Die Zeiten, zu denen man zehn Eier für 99 Cent kaufen konnte, sind vorbei“, glaubt die Marktexpertin. Die Landwirte hätten gute Chancen, angemessene Preise für ihre Erzeugnisse zu erhalten.

Im Durchschnitt verzehrte jeder Deutsche im vergangenen Jahr 238 Eier. In der Käufergunst bei den frisch verkauften Eiern liegt laut GfK-Haushaltspanel mit 49,2 Prozent die Bodenhaltung vorne, während Freilandeier mit 32,1 Prozent und Bio-Eier mit 17,9 Prozent folgen.

Und die Landwirte stellen sich auf diese Wünsche ein: So ist der Anteil der Legehennen, die in ökologischer Haltung leben 2021 laut Destatis von zwölf Prozent im Vorjahr auf 12,9 Prozent gestiegen. Die Freilandhaltung ist dagegen aufgrund der Stallpflicht wegen der Vogelgrippe im Vergleich zum Vorjahr leicht von 20,1 auf 19,2 Prozent gesunken, während die Bodenhaltung von 62,4 auf 62,7 Prozent stieg und nur noch 5,2 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent) der deutschen Legehennen in Kleingruppen lebten. Diese Zahlen bilden allerdings nur Hühnerhaltungen ab 3.000 Plätzen ab, kleinere Direktvermarkter bleiben außen vor.

„Bio- und Freiland-Eier unterscheiden sich nur in der Fütterung“, erläutert Henner Schönecke. Der niedersächsische Landwirt und Vorsitzende des Bundesverbandes Ei ist stolz auf die weltweit fortschrittlichste Legehennenhaltung in Deutschland. „Ethische Grundsätze spielen bei der Wahl der Haltungsform eine große Rolle“, stellt er mit Blick auf die hohen Standards fest. Tiergerecht seien sie jedoch alle – egal ob die Hühner im Freien oder im Stall lebten. Mit Eiern aus deutschen oder besser noch regionalen Hühnerhaltungen sei der gesunde Genuss und das gute Gewissen daher gesichert. (LPD 27/2022)

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