Neuer Praxisleitfaden zur Nonnengans schafft Grundlage für sachliche Diskussion
L P D – Mit dem Erscheinen des „Praxisleitfadens Vogelschutzrichtlinie/FFH-Richtlinie – Die Vereinbarkeit von wirtschaftlicher Landnutzung und Artenschutz: Nonnengans“ liegt seit kurzem eine wichtige fachliche Grundlage für den Umgang mit den stetig wachsenden Rastgänsebeständen vor. Das Landvolk Niedersachsen hat an der Erarbeitung der Broschüre der AfN (Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz) mitgewirkt und dabei die Sicht der landwirtschaftlichen Praxis eingebracht.
„Der 36-seitige Praxisleitfaden macht deutlich, dass das starke Populationswachstum der Nonnengans einerseits als Erfolg des Natur- und europäischen Artenschutzes zu bewerten ist, andererseits aber insbesondere in den Küstenregionen Niedersachsens erhebliche Herausforderungen für die Landwirtschaft mit sich bringt“, erklärt Dr. Nataly Jürges, Umweltreferentin beim Landesbauernverband. Sowohl auf Grünland als auch auf Ackerland verursachen jährlich stetig wachsende große Gänseschwärme durch Fraß und Verkotung erhebliche Ertragsverluste und verschärfen den Nutzungskonflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.
Neben einem Artenporträt und der Darstellung der Konfliktfelder beleuchtet der Leitfaden den rechtlichen Rahmen und bewertet verschiedene Managementmaßnahmen. Ziel ist es, praktikable, rechtssichere und ausgewogene Lösungsansätze aufzuzeigen, die sowohl den Schutz der Art als auch die berechtigten Interessen der landwirtschaftlichen Betriebe berücksichtigen, führt Dr. Jürges aus.
Der Landesbauernverband und insbesondere das Landvolk Ostfriesland als stark betroffene Region weisen bereits seit Jahren auf die zunehmende Gänseproblematik hin. „Mit verschiedenen Aktionen, zum Beispiel über Presseberichte oder in Gesprächen mit Politikern haben wir deutlich gemacht, dass die wirtschaftlichen Schäden für viele Betriebe ein ernstzunehmendes Ausmaß erreicht haben“, erklärt Carl Noosten, Vorsitzender des Landvolkkreisverbandes Norden-Emden. Die nun erschienene Broschüre unterstreiche, dass ein wirksames Management nur durch eine Kombination geeigneter Maßnahmen sowie eine enge Abstimmung zwischen Naturschutz, Politik und Landwirtschaft gelingen kann.
Auch bei den 18. Zugvogeltagen, die am 10. und 11. Oktober 2026 am Nationalpark Wattenmeer stattfinden, werde die Bedeutung des Vogelzugs in den öffentlichen Fokus gerückt und der Dialog über Lösungen für die wachsenden Herausforderungen in den Rastgebieten fortgeführt. (LPD 51/2026)
Bestellt werden kann das Heft beim Aktionsbündnis Forum Natur (AFN), per Mail info@forum-natur.de.
Herausgeber: Aktionsbündnis Forum Natur
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