Wirtschaftsgrünland in den Fokus gerückt

Wirtschaftsgrünland in den Fokus gerückt - Foto: Landvolk Wesermarsch
Foto: Landvolk Wesermarsch

Elsfleth Grünlandflächen sind ökologisch wertvoll. Das Grünland ist aber auch die wirtschaftliche Grundlage vieler Landwirte. Wie diese Ansprüche in Einklang gebracht werden können, wurde in Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) diskutiert.
Entlang der Nordseeküste ist Grünland die Grundlage der landwirtschaftlichen Betriebe. Sie erzeugen damit eine hohe Wertschöpfung für die Region. Wie kann diese dauerhaft erhalten bleiben, ohne den Naturschutz aus dem Blick zu verlieren? Wie sich politische Vorgaben zu Natur- und Klimaschutz vor Ort auswirken, wurde vergangene Woche auf dem Betrieb von Dirk Hanken in Elsfleth-Birkenheide (Landkreis Wesermarsch) deutlich. Den besuchten Dr. Hermann Onko Aeikens, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, und Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, sowie viele Besucher aus Berlin und Hannover.

Beispiel Düngeverordnung: Gerade die Abzüge bei der Düngung von Moorböden stößt bei Landwirten auf Unverständnis. „Mit 145 kg N/ha kommen wir auf den Moorstandorten nicht aus. Und die Probleme mit den Gänsen kommen noch dazu“, sagte Manfred Tannen, Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland. „Wenn mir die Gänse den kompletten ersten Schnitt wegfressen, bekomme ich das in die Düngebilanz ja nicht hinein.“ Der Sinn der Grenzwerte sei Landwirten nur schwer zu vermitteln, wenn es keinen Nachweis gibt, dass sie damit zur Lösung des Nitratproblems im Grundwasser beitragen.

Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch, plädierte daher für eine stärkere Binnendifferenzierung. Die regionalen Besonderheiten sollten stärker berücksichtigt werden. „Wir Landwirte in den Küstenlandkreisen haben unsere Betriebe auf Wirtschaftsgrünland. Wir erzielen mit der Milch- und Fleischproduktion eine hohe Wertschöpfung, die bei etwa 4.300 Euro pro Hektar liegt und der ganzen Region zu Gute kommt“, macht er deutlich. „In anderen Regionen wird Grünland häufig extensiv bewirtschaftet und hat daher völlig andere Bedürfnisse. Es ist wichtig, dass die Politik diese Unterschiede berücksichtigt.“
Ansonsten bestehe die Gefahr, dass sich landwirtschaftliche Betriebe aus der Produktion verabschiedeten, ergänzte Frieslands Kreislandvolk-Vorsitzender Hartmut Seetzen: „Dann verlieren wir nicht nur die regionale Wertschöpfung und unsere vielfältige Kulturlandschaft, sondern auch das regionale Produkt Milch, das vor Ort hergestellt und auf kurzen Wegen verarbeitet wird.“
Andrea Vogt, Landvolk Wesermarsch,
red/KS