Auch im Winter ist frisches Gemüse im Angebot

In Niedersachsen bewirtschaften einige wenige Landwirte große Flächen mit Grünkohl für die Verarbeitung. Foto: Landvolk Niedersachsen
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Grünkohl, Porree und Rosenkohl liefern Vitamine aus regionalem Anbau

L P D – Traditionell als Braunkohl und Bregenwurst oder im modernen Gewand in Smoothies, Pfannengemüse sowie Pesto – Grünkohl vereint vielseitige Ansprüche und Verwendungsmöglichkeiten. Zudem ist er gemeinsam u. a. mit Porree und Rosenkohl einer der wenigen Gemüsearten, die auch noch im Dezember aus regionalem Anbau angeboten werden. „Frisch vom Feld schmeckt es am besten“, sagt Erich Klug, Gemüseanbauberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Das gebe es sonst zu dieser Jahreszeit nicht mehr. Er fasst die Eigenschaften des Grünkohls als „anspruchslos, winterhart und sehr gesund“ zusammen.

In Niedersachsen bewirtschaften einige wenige Landwirte große Flächen mit Grünkohl für die Verarbeitung. Die Ware wird maschinell geerntet, frisch verarbeitet und als Tiefkühlware vermarktet. Die meisten Landwirte und Gärtner versorgen die regionalen Märkte von kleineren Äckern. Der Grünkohl wird bei Wind und Wetter von Hand geerntet, anschließend gerupft und meist in 1 kg Beutel gestopft. Die in Handarbeit „gestribbelte“ Ware ist von der Struktur her nicht vergleichbar mit der maschinell gerupften und geschnittenen Ware, erläutert Klug. Zum einen sei die optische Kontrolle mit dem Auge viel genauer und zum anderen werden Blattmasse und harte Stiele/Strünke zuverlässiger und sauberer getrennt. „Das ist eine ganz andere Rohware für die Küche“, wirbt Klug für den Einkauf auf dem Wochenmarkt oder im Hofladen. Dort habe die Handarbeit noch einen hohen Stellenwert – auch wenn es im Zuge der Mindestlohn-Erhöhung zu Preissteigerungen kommen könne.

Auch in die Technik haben die Landwirte investiert: „Besonders auf den besseren Böden, die bislang ohne Beregnung ausgekommen sind, mussten die Gemüsebauern jetzt in Beregnungsmaschinen investieren“, sagt Klug. Auf den sandigeren Standorten sei dies ohnehin gang und gäbe. Durch den trocknen Sommer 2022 schlagen jedoch die höheren Betriebskosten der dieselbetriebenen Beregnungsaggregate zu Buche. Zum anderen hat die Trockenheit dafür gesorgt, dass die Grünkohlpflanzen weniger von Pilzerkrankungen befallen wurden. Die Qualität sei daher als sehr gut zu bezeichnen.

Laut Statistischem Bundesamt haben 2021 in Deutschland 1.198 Landwirte 15.621 Tonnen(t) Grünkohl von rund 882 ha geerntet. In Niedersachsen bauten im vergangenen Jahr 174 Betriebe auf insgesamt 372 Hektar (ha) Grünkohl an – 2020 waren es noch 201 Betriebe, die die Oldenburger Palme auf 519,4 ha anbauten. Die Erntemenge lag bei 6.290,7 Tonnen – 2020 betrug sie noch 8.694,7 t. Wo Grünkohl in der Nähe verkauft wird, ist unter www.service-vom-hof.de zu finden. (LPD 93/2022)

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