Das Thema Totholz treibt die Waldbesitzer um

Totholz im Wald auf dem Brocken
Totholz im Wald auf dem Brocken Foto: Landvolk
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Wälder werden durch nachhaltige Bewirtschaftung klimastabiler und weniger anfällig für Feuer

L P D – Große Brände wie zuletzt der am Brocken im Nationalpark haben es gezeigt: Bestände von Totholz sind eine Feuergefahr, wirken als Brandbeschleuniger und behindern Löscharbeiten. Totholz wird allgemein als Grad für Naturnähe angesehen. Das Liegenlassen soll Lebensräume zum Beispiel für Pilze, Käfer oder Schnecken begünstigen. „Probleme bereiten vor allem größere Flächen mit stehen gelassenen Nadelbäumen, die während der Dürre der letzten Jahre abgestorben sind“, erklärt der Präsident des niedersächsischen Waldbesitzerverbandes, Philip Freiherr von Oldershausen. Den Nationalpark als solches wolle er nicht in Frage stellen.

Die Totholzmenge hat sich im Vergleich der beiden jüngsten Bundeswaldinventuren in Niedersachsen um 30 Prozent erhöht. „Bei der Diskussion über den Anteil von Totholz im Wald geht es weniger um die Frage, ob man dies überhaupt im Wald belassen soll, als um die Frage, wie man mit größeren Totholz-Komplexen auf freier Fläche umgeht“, beschreibt von Oldershausen die Situation. „Die mit einer Anhäufung von Totholz verbundene Brandgefahr darf nicht das Leben von Menschen und Tieren bedrohen. Je schneller es gelingt, einen klimastabilen Waldbestand zu etablieren, desto weniger brisant ist die Waldbrand-Situation. Dazu sind ausreichend Fördermittel erforderlich“, fordert von Oldershausen.

Auch der Beauftragte des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen für Waldbrandfragen, Volker Schulte, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land, bestätigt: „Totholz ist ein wichtiger Bestandteil der naturnahen Forstwirtschaft. Im Wald verbleibende Holzreste gehören dazu. Aber auch hier gilt die alte Erkenntnis: die Dosis macht das Gift. Wenn wie im Nationalpark Harz auf großer Fläche trockene Bäume dicht an dicht stehen bzw. liegen gelassen werden, entsteht unter dem Eindruck der Klimaveränderungen ein ganz anderes Risiko. Dieses müssen wir unvoreingenommen bewerten, bisherige Konzepte hinterfragen und gegebenenfalls auch ändern.“

Verbandspräsident von Oldershausen gibt weiterhin zu bedenken: „Wir brauchen in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland zwingend einen Konsens zwischen Naturschutz und Brandschutz, ansonsten wird die Diskussion nicht enden. Zudem müssen wir uns über die Klimawirkung eines vitalen, zuwachsstarken Waldes als CO2-Senke bewusst sein. Die beste Klimaschutzwirkung erhalten wir, wenn Holz in langlebigen Holzprodukten verwertet wird. So wird das CO2 als Kohlenstoff langfristig gespeichert und es werden energieintensivere Rohstoffe eingespart. Ebenso werden bei der energetischen Verwertung von Holz fossile Energieträger ersetzt und dadurch erhebliche Mengen an CO2 eingespart.“

Das Einsetzen einer Arbeitsgruppe seitens des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, die unter anderem entscheidet, wo zusätzliche Brandschutz-Schneisen, Präventionen und Löschkonzepte notwendig sind, begrüßen die Waldbesitzer ausdrücklich. (LPD 75/2022)

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Sonja Markgraf

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