Der Getreideernte folgt die Herbstaussaat

Raps Aussaat
Zwischenfrüchte sollen den Boden begrünen, bis im Frühjahr Mais, Zuckerrüben und Sommergetreide ausgesät oder Kartoffeln gepflanzt werden Foto: Landvolk
Bild-Download des Originals: | Web-Version:

Zwischenfrüchte begrünen die Äcker bis im Frühjahr die Hauptfrucht ausgesät wird

L P D – Die Weizenernte ist erst seit 14 Tagen eingebracht, da sind die ersten Landwirte schon dabei, Gülle, Mist und Gärreste zu verteilen und die Saat für die Ernte im kommenden Jahr oder Zwischenfrüchte in die Erde zu bringen. Kurz: Die Mähdrescher stehen wieder in den Scheunen, nun haben die Güllefahrer Hochsaison. „Nach der ersten Stoppelbearbeitung warten viele Landwirte darauf, dass der Lohnunternehmer mit dem Güllefass zu ihnen kommt“, bestätigt Max Alvermann, Vorsitzender der Junglandwirte Uelzen, Vermutungen, woher denn die würzige Landluft in den vergangenen Tagen stammt.

Der Ackerbauer hat die Wartezeit genutzt und auf seinen Feldern bereits die Zwischenfrüchte ausgedrillt. Sie sollen den Boden begrünen, bis im Frühjahr Mais, Zuckerrüben und Sommergetreide ausgesät oder Kartoffeln gepflanzt werden. Denn damit Senf, Phacelia, Ölrettich und Co. vor dem Winter den Boden gut durchwurzeln und bedecken und so ihre erosionsmindernde und vor allem unkrautunterdrückende Wirkung entfalten können, sollten sie so früh wie möglich ausgesät werden.

Für eine gute Entwicklung ist meist auch eine moderate Düngung nötig. „In den Roten Gebieten, in denen die Düngung verboten ist, mischen wir Wicken unter den Ölrettich, um diesen Mangel etwas auszugleichen“, erläutert Alvermann die positive Wirkung der Leguminosen, die Stickstoff aus der Luft binden. Für ihn ist es wichtig, dass die Zwischenfrucht gut dasteht, auch wenn sie nicht im eigentlichen Sinn geerntet wird. „Sie soll ihre Aufgabe erfüllen, damit sich die Saatgutkosten von 100 bis 150 Euro pro Hektar lohnen“, gibt Alvermann einen Einblick in die Kostenstruktur, die neben dem Maschinen- und Arbeitsaufwand anfällt.

Bei der Aussaat spielen der Zustand des Bodens und die Höhe des Niederschlags eine entscheidende Rolle. „Das ist von Dorf zu Dorf sehr unterschiedlich“, weiß Alvermann durch den Austausch mit seinen Berufskollegen. Teilweise seien die Böden sehr feucht, auf Flächen, auf denen Rüben oder Mais wachsen, werde jedoch auch viel Wasser von den Pflanzen aufgenommen. „Der Regen tut der Natur sehr gut – vor allem den Wäldern auf den leichten Böden“, zeigt er sich dankbar für das Wetter der vergangenen Wochen. Alvermann hofft, dass der kommende Winter nochmal 200 bis 300 Liter pro Quadratmeter Regen bringt, damit sich über das pflanzenverfügbare Wasser hinaus auch Grundwasser neu bilden kann. (LPD 67/2023)

Ansprechpartnerin für diesen Artikel