Insektenschutz: Junglandwirte brauchen Sicherheit

Landwirte sorgen für Vielfalt in Gewässerrandstreifen, Foto: Landvolk Niedersachsen

Brunkhorst fordert Ausgleich für Leistungen beim Arten- und Naturschutz

„Wir halten den Schutz von Insekten für wichtig und wollen aktiv daran mitwirken. Voraussetzung ist allerdings, dass Ertragsausfälle ausgeglichen werden“, sagt Ackerbauer Henrik Brunkhorst, Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen, anlässlich der anstehenden Bundesratssitzung am Freitag, 26. März, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Auf der Tagesordnung steht der Entwurf eines dritten Gesetzes zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes.

Im „Niedersächsischen Weg“, für den sich die Junglandwirte im Mai vergangenen Jahres ausgesprochen hatten, sei ein finanzieller Ausgleich beim Natur-, Arten- und Gewässerschutz verbindlich vorgesehen. Das auf Bundesebene geplante Insektenschutzpaket hingegen würde das in Niedersachsen von Naturschutzverbänden, Landwirtschaft und Politik gemeinsam Erreichte jedoch wieder zunichtemachen und könnte für einige Betriebe sogar das Aus bedeuten.

„Sollte das Totalverbot von Pflanzenschutzmitteln an Gewässerrandstreifen – wie vorgesehen – in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung gesetzlich regelt werden, ist ein finanzieller Ausgleich rechtlich gesehen nicht mehr möglich. Zudem dürfen die Länder keine regionsspezifisch abweichenden Regelungen vornehmen, wie sie aufgrund des engen Gewässernetzes in Teilen Niedersachsens unverzichtbar sind“, erklärt Brunkhorst die kleinen Feinheiten mit großen Auswirkungen für Niedersachsens Berufsnachwuchs.

Junglandwirte brauchen aber Sicherheit und eine berufliche Perspektive. Daher fordert Brunkhorst: „Der Bund muss den Ländern ermöglichen, dass sie die Leistungen im Arten- und Naturschutz finanziell ausgleichen und abweichende Regelungen treffen können. Dazu bietet sich zum Beispiel eine entsprechende Regelung im Bundesnaturschutzgesetz an, die die geplanten Verschärfungen in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung wirkungslos machen könnten.“

(LPD 24/2021)

Ansprechpartnerin für diesen Artikel

Silke Breustedt-Muschalla

Redakteurin

Tel.: 0511 36704-83

E-Mail-Kontakt

Weitere Beiträge

Energiepreise, Dünger und Marktstrukturen setzen Landwirtschaft weiter unter Druck

L P D – Die landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen stehen weiterhin unter massivem wirtschaftlichem Druck. Vor allem stark gestiegene Diesel- und Düngerpreise sowie anhaltend niedrige Erzeugerpreise verschärfen die Situation zunehmend.…

Konstruktiver Dialog stärkt die Landwirtschaft

L P D – Regelmäßig tauscht sich Ministerpräsident Olaf Lies mit dem Präsidium des Landvolks Niedersachsen zur Lage der Landwirtschaft, sie betreffende aktuelle landes- und bundespolitische Themen und anstehende Weichenstellungen…

Kommunalwahl 2026: „Dein Dorf. Deine Entscheidung“

L P D – Mit einer gemeinsamen Social-Media-Aktion starten Junglandwirte, Landjugend und Landvolk Niedersachsen frühzeitig in den Kommunalwahlkampf 2026. Ab Montag, 13. April, verbreiten die Verbände ihre Botschaft über Instagram,…

Jetzt Wegränder in Niedersachsen planen

L P D – Jetzt ist die richtige Zeit, Wegränder in Niedersachsen anzulegen und naturschutzfachlich aufzuwerten. Gemeinsam rufen die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen Akteure im ländlichen Raum dazu…

Landvolk: Netzpaket sorgt für Unruhe auf dem Land

L P D – In der Landwirtschaft wächst die Verunsicherung: Während Höfe zunehmend auf erneuerbare Energien setzen, sorgt ein geleakter Gesetzesentwurf – das sogenannte Netzpaket – derzeit für intensive Diskussionen…

Wie schutzbedürftig ist der Wolf?

L P D – Wie lässt sich der Schutz des Wolfs mit den Interessen der Nutztierhalter vereinbaren – und wie schnell kann Politik darauf reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich…