Trockenheit behindert Herbstaussaat

Foto: Landpixel

Rapsbestellung und Aussaat von Zwischenfrüchten betroffen

L P D – Der Ernte aller wichtigen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen hat die ausgeprägte Trockenheit des Sommers 2019 ihren Stempel aufgedrückt. Die Dürre wird sich zusätzlich weiter bis in das Folgejahr auswirken. Nach Umfragen unter Landwirten gibt es bereits erneut Probleme mit der Herbstaussaat. Das betrifft aktuell die Aussaat des Winterrapses wie auch der Zwischenfrüchte, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Schon die Bodenbearbeitung ist für die Landwirte problematisch, weil die Böden staubtrocken sind. „Der Pflug kann den Ackerboden nicht ausreichend wenden und mischen, sondern produziert nur Pulver oder – auf tonigen Böden – dicke Kluten“, beschreibt Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr. Den Saatkörnern können die Ackerbauern kaum ein geeignetes Saatbett bereiten. Der Boden lässt sich nicht in der gewünschten Form für die Ablage des Saatkorns verdichten, für die Keimung fehlt das notwendige Wasser. Im Rapsanbau empfehlen Experten daher jetzt spätsaatverträgliche Sorten, die auch in der ersten Septemberdekade noch ausgesät werden können. Hoffnung setzen die Landwirte auf neuere Sorten, die sich in den bisherigen Versuchen als recht überzeugend präsentiert haben. Allerdings stehen sie derzeit noch nicht alle für den Anbau in der Praxis zur Verfügung. Der Rapsanbau war bereits im vergangenen Jahr aufgrund der Trockenheit deutlich reduziert worden, an den Märkten dagegen lässt die Ölfrucht zurzeit durchaus Hoffnung aufkommen.

Auch für den Zwischenfruchtanbau wünschen sich die Landwirte dringend weitere Niederschläge. Ölrettich, Schwarzer Senf, Phacelia und andere Grünpflanzen werden jetzt ausgesät, um den Acker über Winter grün zu halten. „Damit bieten wir wildlebenden Tieren über Winter Futter und Deckung und führen dem Boden organische Substanz zu“, erläutert Löhr. Zusätzlich möchten Milchviehhalter mit Grasmischungen Lücken im Futtervorrat auffüllen. Bund und Länder wollen die Möglichkeit erlauben, auf ökologischen Vorrangflächen erneut Futter zu nutzen. Für diese Ausnahmegenehmigung hatte sich unter anderem das Landvolk eingesetzt. Die Grasmischungen werden nach der Ernte der Hauptfrucht, zumeist Getreide, ausgesät, günstige Witterung vorausgesetzt könnten sie bereits im Herbst eine erste Nutzung erlauben. Dazu aber muss Regen erst eine Initialzündung für das Wachstum setzen.

Dies könnte Sie auch interessieren: