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Lies und Hennies einig: Landwirtschaft braucht Verlässlichkeit und weniger Regulierungsdichte

L P D – Beim Gespräch in der Staatskanzlei für den Landvolk-Podcast mit Ministerpräsident Olaf Lies machte das Landvolk Niedersachsen deutlich, woran es der Agrarpolitik derzeit mangelt: an Verlässlichkeit, Planungssicherheit und einer echten Zukunftsperspektive für die Breite der Betriebe. Im Podcast mit Moderatorin Wibke Langehenke diskutieren Landvolkpräsident Hennies und Olaf Lies offen über Versäumnisse, gemeinsame Ziele und den dringend notwendigen Kurswechsel.

 

Hennies: „Dänemark als Vorbild? Ein klares Jein“

L P D – Die Delegationsreise von Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte nach Dänemark ist abgeschlossen – Zeit für ein Fazit. Für Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies, der der zwanzigköpfigen Delegationsgruppe angehörte, war vor allem das Gespräch mit Jeppe Bruus, Dänemarks Minister für grüne Transformation, prägend. „Er möchte die Emissionen verringern, ohne die Tierhaltung zurückzufahren oder die Einkommen der Betriebe zu schmälern. Effizienz ist das Schlüsselwort – von CO₂-Bepreisung bis zu neuen Anreizen und einem Rückbau des Ordnungsrechts. Das ist ein spannender Ansatz: Dänemark setzt hier Impulse, von denen auch wir in Niedersachsen lernen können“, erklärt Hennies gegenüber dem Landvolkpressedienst.

 

Blühstreifen für mehr Biodiversität

L P D –  Insekten, Schmetterlinge und Vögel aber auch Säugetiere, Amphibien und Reptilien leben in der Kulturlandschaft, in der unsere Lebensmittel angebaut werden. Damit diese sich auf ungestörte Flächen zurückziehen können, legen jedes Jahr hunderte Landwirte Blühstreifen an, stutzen Hecken und kümmern sich um die Wegränder an den Feldwegen. Anlässlich des Internationalen Tags zur Erhaltung der Artenvielfalt am 22. Mai rückt das Landvolk Niedersachsen dieses Engagement in den Mittelpunkt.

 

Wegraine fürs Rebhuhn aufzuwerten, kostet Geld

L P DLandwirte, Naturschützer, Imker, Jäger und Kommunalpolitiker rund um Bad Nenndorf im Landkreis Schaumburg kommen alljährlich vor Ort zusammen, um sich über die verschiedenen Naturschutzmaßnahmen zu informieren und gemeinsam zu beraten, was sinnvoll ist. Bereits zum fünften Mal fand die alljährliche Radtour rund um Natur- und Klimaschutz im Weserbergland statt. Thematischer Schwerpunkt war dieses Jahr das Rebhuhn. „Das Rebhuhn benötigt eine strukturreiche Landschaft aus Ackerflächen, Brachen, Hecken und kleinen Gehölzen mit einer hohen Artenvielfalt an Pflanzen und Insekten, die Nahrung, Schutz und Brutplätze bietet. Das unterstützen wir Landwirte im Rahmen des Niedersächsischen Weges gern, aber es bedarf einer gesicherten Finanzierung durch das Land Niedersachsen“, erklärt Achim Pohl, Vorsitzender im Landkreis Schaumburg beim Kreislandvolkverband Weserbergland.

 

Hennies: „Wir brauchen flexibel einsetzbares Geld“

L P D – „Ab aufs Feld“ hieß es in dieser Woche anlässlich der Präsentation des vierten Jahresberichts für den „Niedersächsischen Weg“ – das bundesweit immer noch einzigartige und erfolgreiche Bündnis aus Landwirtschaft, Landesregierung und Naturschutz im Sinne der Artenvielfalt und des Klimaschutzes. Die sechs Partner trafen sich auf dem Anwesen von Jakob von Richthofen – dem Rittergut Lenthe in der Region Hannover -, um am Beispiel eines mehrjährig gewachsenen Insektenwalls am Rande einer Ackerfläche zu zeigen, wofür der „Niedersächsische Weg“ steht: für sinnvoll praktizierten Natur- und Artenschutz, der landesweit von zahlreichen Bäuerinnen und Bauern unterstützt und auf verschiedene Weise angewendet wird.

 

Neue Impulse für die Weiterentwicklung der Moore

L P DIn einem Punkt waren sich alle Akteurinnen und Akteure beim Osterholzer Moorgipfel einig: Es ist kein leichtes Thema und auch keine leichte Angelegenheit, trocken gelegte Moorflächen in Niedersachsen aus (unbestritten notwendigen) Gründen des Klimaschutzes wieder zu vernässen. Es ist eine Jahrhundertaufgabe, die viel Planung, viele Ressourcen und viel Zusammenarbeit verschiedener Ebenen erfordert, aber auch viele regionale und auch individuelle Besonderheiten berücksichtigen muss. „Wir haben eine gute Diskussionskultur, aber es fehlen noch die konkreten Antworten. Das Land und der Bund müssen endlich anfangen, finanzielle Strukturen zu etablieren und klar sagen, wie man die Vernässung umsetzen will. Ich erkenne die Federführung für die offenen Fragen noch nicht“, monierte Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies vor den mehr als 300 Gästen des Moorgipfels in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck.

 

Landwirtschaft braucht keine neuen Auflagen

L P D – Als scheidender Vorsitzender des Bauernverbandes Weserbergland nutzte Karl-Friedrich Meyer sowohl in der internen Mitgliederversammlung als auch beim anschließenden Landvolktag des Kreisbauernverbandes die Gelegenheit, die widrigen Umstände und überzogenen Auflagen seitens der Politik für die Landwirtschaft zu kritisieren. „Auch wenn die Wirtschaftlichkeit auf den Höfen gut ist, die Stimmung ist schlecht. Obwohl wir alles machen, was uns aufgebürdet wird, und dies nachweislich zu Verbesserungen führt, stülpt uns die Politik wie bei der Düngeverordnung immer neue Auflagen über. Acht Kreisverbände klagen inzwischen dagegen. Was wir Bauern brauchen, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen“, sagte Meyer in der Versammlung.

 

Dr. Holger Hennies

Kein Verständnis für pauschale Verbote durch EU

L P D – In seiner heutigen Sitzung hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments seine Position zum Vorschlag der EU-Kommission über eine europaweite Einschränkung bei der Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln festgelegt. Das Ergebnis war geprägt von knappen Mehrheiten für sehr umfangreiche und teilweise noch über den Kommissionsentwurf hinausgehende Änderungen. Am 20. November soll die endgültige Abstimmung im Plenum erfolgen.

 

Niedersächsischer Weg

Niedersächsischer Weg wird langsam sichtbar

L P D – „Wir haben schon viel geschafft, aber auch noch gut zu tun“, lautet die Bilanz von Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies aus Anlass der Präsentation des dritten Jahresberichts zum Bündnis „Niedersächsischer Weg“ (heute) im Umweltministerium in Hannover. Ein wesentlicher Punkt der Vereinbarung sind die Regelungen zu Gewässerrandstreifen. Diese sollen den Eintrag von Stoffen ins Gewässer verhindern. Für Landwirtinnen und Landwirte steht für entstehende Ertragseinbußen ein Ausgleich zur Verfügung, der aus der Wasserentnahmegebühr finanziert wird. Die Ausgleichszahlungen mussten von der Europäischen Kommission genehmigt werden. Diese Genehmigung liegt jetzt vor; das Auszahlungsverfahren über die Landwirtschaftskammer (LWK) läuft an, je Hektar sind das zwischen 649 und 784 Euro. Die Antragsvordrucke und weitere Informationen zum Verfahren sind auf der Homepage der Landwirtschaftskammer verfügbar. Die ersten Beträge sollen noch im September ausgezahlt werden.

 

Gruppenfoto auf den LWK-Feldtagen in Poppenburg

Niedersächsischer Weg muss sichtbarer werden

L P D – Mehr „Sichtbarkeit in der Fläche“ forderte jetzt Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies bei der weiteren Umsetzung der Verabredungen im Niedersächsischen Weg. In einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde, in der Vertreter des Naturschutzbündnisses aus Landesregierung, Landvolk, Landwirtschaftskammer (LWK) sowie den Naturschutzverbänden BUND und Nabu auf den Feldtagen der LWK die weiteren Chancen ausloteten, machte Holger Hennies allen Beteiligten Mut: „Wir bekommen das hin, wenn wir Freiraum für die Umsetzung vor Ort haben. Vorgaben wie die zentralistisch-dirigistische EU-Pflanzenschutzreduktionsstrategie bewirken aber leider das Gegenteil von dem, was wir im Niedersächsischen Weg vereinbart haben. Wir müssen nun neues Vertrauen schaffen, indem wir regional angepasst den Naturschutz in die Fläche bringen.“ Zudem müsse das Antragswesen für die Pflichtzahlungen des Landes angepasst werden, appellierte der Landvolkpräsident, damit das schon bereitgestellte Geld ausgezahlt werden könne.

 

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